C.S.I.R. Winterschlachten bis Frühjahr 1942


Nach der Besetzung Rostows vom 20. November 1941 nahm die Offensivkraft der Achsenmächte im Südabschnitt der Ostfront ab. General Messe nutzte diese Chance, um seine Truppen neu zu ordnen. Er ließ zwei Divisionen an der vordersten Front zwischen Gorlowka und Kol Dowid Orlowka stehen, während er die dritte in Reserve hielt. Zu der gewünschten Ruhepause kam es jedoch nicht.

Winter2

Die Rote Armee begann plötzlich Gegenoffensiven zu führen und nahm Rostow am 29. November wieder ein. Die deutsche Front fiel auf den unteren Mius zurück. In diesen Kämpfen war das C.S.I.R für einen Verteidigungssektor von 50 härtesten Kilometer verantwortlich.
„Die Operation gehörte zu den Kämpfen die vom Expeditionskorps bestanden wurden, sowohl bezüglich der Dauer (10 Tage) als auch wegen der atmosphärischen Bedingungen und des erbitterten feindlichen Widerstands“, schrieb Messe in seinen Erinnerungen.

Winter3

Um eine bessere Position zu erkämpfen, gingen die Italiener zeitweise sogar zum Angriff über.

Winter4

Im Dezember 1941 kam es erneut zu einer Meinungs- verschiedenheit zwischen Italienern und Deutschen. General Messe wollte nicht einsehen, und wie sich herausstellte zu Recht, warum er seine teilweise für die Verteidigung bereits gebauten Stellungen aufgeben und zwecks Frontverkürzung eine örtliche begrenzte Offensive gegen die Sowjets beginnen sollte. Der Angriff wäre in frontaler Richtung auf starke natürliche Stellungen geprallt, die glänzend befestigt und gut besetzt waren. Und diesmal gelang es Messe seinen Willen durchzusetzen.

Winter5

Ende Dezember 1941 erreichten das Generalkommando des C.S.I.R. vertrauliche Nachrichten aus Rom darüber, dass Mussolini im kommenden Jahr eine ganze Armee nach Russland verlegen wolle. Messe vertrat die Ansicht, dass die italienische Teilnahme am Russlandfeldzug zahlenmäßig nicht verstärkt werden sollte. Er plädierte dafür, wenn man schon in Russland bleiben wollte, dass man die vorhandenen Divisionen des C.S.I.R auffrischen und vor allem in jeder Hinsicht den besonderen Erfordernissen des Kriegsschauplatzes anpassen müsse. Auch sollten die Einheiten komplett motorisiert werden, wobei er für die Beibehaltung und sogar Verstärkung der berittenen bzw. bespannten Artillerie-Regimenter und überhaupt der Kavallerie eintrat.

Winter6

Im Januar 1942 entbrannten erneut Kämpfe am Südabschnitt der Ostfront. Die sowjetische 57. Armee durchbrach am 18. Januar bei Isjum die deutsche Verteidigung. Fünf Tage später musste die deutsche 17. Armee Barwenko aufgeben, wo sich das Hauptversorgungslager der Armee befand. Die Italiener nahmen bei diesen Kämpfen an mehreren Orten teil: Sie verteidigten die Eisenbahnknotenpunkte Stalino und Grischino, wirkten mit Kavallerie bei der Abwehr feindlicher Einbrüche mit und setzten vermehrt Alpini-Skiabteilungen an gefährlichen Stellen ein.

Winter1

Tagesbefehle von deutschen Armeebefehlshabern bezeugen die Anerkennung, welche die Deutschen ihren Waffengefährten für den Einsatz zollten.

Winterausrüstung der C.S.I.R.

 Bereits Ende August 1941 wurden durch General Messe und seinem Stab Pläne für die winterliche Umrüstung der Soldaten, d.h. für die Versorgung mit der nötigen Bekleidung ausgearbeitet und in den folgenden Monaten auch in die Tat umgesetzt.
(Anmerkung: Messe stand noch ganz unter den schlechten Erfahrungen des Griechenlandfeldzuges, und hatte sich geschworen, dass sein C.S.I.R. so etwas nicht erleben muss! Denn damals waren die Italiener nicht auf einen Winterfeldzug vorbereitet worden und es kam vielerorts zu vielen Erfrierungen.)

Deshalb beschaffte Messe selbst bis Mitte Dezember 1941 aus Rumänien und teilweise aus Ungarn vollständige Winterausstattungen für alle seine Soldaten. Bei benachbarten Einheiten der deutschen 1. Panzerarmee traf eine Winterausrüstung erst Mitte/Ende Februar ein.

Winter7

Wie gut Messe die Lage eingeschätzt hatte, zeigt ein Blick auf die Statistik. Bei einer Gesamtstärke von ca. 60000 Mann während des Winters 1941/42 sind nur 3614 Fälle von Erfrierungen zu verzeichnen, hiervon wurden 1635 an Ort und Stelle behandelt und geheilt!